Schwerin. Eine neue IC-Linie soll Rostock und Berlin ab Dezember 2019 im Zwei-Stunden-Takt verbinden. Das gaben Bahn-Chef Rüdiger Grube und Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) in Schwerin nach einem Spitzengespräch in der Staatskanzlei bekannt. Die Linie soll demnach bis nach Dresden reichen. Das Angebot werde eng mit dem Nahverkehr in den beteiligten Bundesländern Sachsen, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern verzahnt und so für die Kunden besonders attraktiv, sagte Grube. Für Sachsens Landeshauptstadt Dresden bedeutet das Vorhaben laut Bahn, dass dann die Ostsee in viereinhalb Stunden zu erreichen ist.
Sellering hatte am Mittwoch zuvor das bestehende Angebot - ein Fernzug je Richtung zwischen Rostock und Berlin pro Tag - als unbefriedigend kritisiert. Alle anderen Verbindungen auf dieser Strecke sind Nahverkehrszüge. Die Bahnstrecke Berlin-Rostock war vor einigen Jahren mit Millionenaufwand für Tempo 160 ausgebaut worden.
Grube kündigte Investitionen in Mecklenburg-Vorpommern in Höhe von knapp 130 Millionen Euro in diesem Jahr und insgesamt 715 Millionen Euro bis 2020 an. Mehr als 600 Millionen Euro davon entfielen auf das Schienennetz, rund 41 Millionen auf Bahnhöfe und 46 Millionen auf Anlagen zur Energieversorgung, sagte er. Zu den wichtigsten Bauvorhaben gehörten die Modernisierung des Bahnhofs Warnemünde, auch um Kreuzfahrttouristen noch besser bedienen zu können.
Umgebaut werden zudem die Bahnhöfe in Bad Kleinen und Neubrandenburg. Der Bahnhof in Neubrandenburg soll im Herbst 2018 fertig werden. Die Bahnsteige und die Personenunterführung werden neu gebaut, die Station wird barrierefrei gestaltet. Keine Hoffnung können sich die Neubrandenburger auf eine Fernverbindung über ihre Stadt machen. Der zuständige Konzernbevollmächtigte Joachim Trettin sagte, dies sei nicht vorgesehen.
Die oppositionelle LINKE in Mecklenburg-Vorpommern hält die Pläne der Bahn nicht für ausreichend. »Die DB-Offensive geht fast spurlos an MV vorüber. Mehr Qualität, weniger Verspätungen und deutlich schnellere Verbindungen etwa von Schwerin, Greifswald und Stralsund in die Metropolen versprach die Deutsche Bahn bis 2030. Diese Versprechen verlieren sich im Nichts«, beklagte der Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag, Helmut Holter, am Donnerstag in Schwerin. dpa/nd
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