Kulturstaatssekretär Tim Renner hat erneut die Wahl des Belgiers Chris Dercon als Nachfolger des scheidenden Volksbühnen-Intendanten Frank Castorf verteidigt. Renner räumte in einem Beitrag für die »Berliner Morgenpost« (Sonntag) jedoch ein, dass die Nachfolge-Diskussion nicht fehlerfrei abgelaufen sei. »Man kann nicht sagen, dass es uns gut gelungen ist, diese Änderung des Modells zu kommunizieren«, so der Kulturstaatssekretär.
Man habe gerade keinen Regisseur aus Castors Umfeld als dessen Nachfolger haben wollen, keinen René Pollesch, keinen Herbert Fritsch, so Renner. »Nicht weil wir sie nicht lieben. Im Gegenteil, wir verehren sie und wollen sie vor dem Vergleich schützen. Die Wahl von Chris Dercon vermeidet jedoch den direkten Wettbewerb, weil die Volksbühne damit etwas Neues wagen soll.«
Castorf legt im Sommer 2017 nach 25 Jahren sein Amt als Volksbühnen-Intendant nieder. Sein Nachfolger ist der Museums-Experte Dercon. Castorf werde Berlin nicht verloren gehen, schrieb Renner. »Wie ich höre, ist der erste Vertrag von ihm bereits an einem unserer Häuser unterzeichnet worden.« dpa/nd Seite 15
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1019037.castorf-bleibt-berlin-erhalten.html