Charleston. Ein Gericht im US-Bundesstaat South Carolina hat sich nicht auf die Verurteilung eines Polizisten einigen können, der einem fliehenden Schwarzen fünf Mal in den Rücken geschossen hat. Der Prozess wegen Mordes und Totschlags ging ergebnislos zu Ende. Der Tod Walter Scotts in der Stadt Charleston war von einem Passanten mit seinem Mobiltelefon gefilmt worden. Scott floh nach einer Verkehrskontrolle zu Fuß. Er starb an seinen Schussverletzungen.
Die zwölfköpfige Jury sah sich nach mehrtägigen Beratungen nicht zu einer Einigung imstande. Der Polizist Michael Slager hatte geltend gemacht, er habe um sein Leben gefürchtet. Der zwölfköpfigen Jury gehörte nur ein Schwarzer an. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, sie werde einen neuen Prozess gegen Slager anstrengen. »Ich bin nicht traurig«, sagte die Mutter des Opfers, Judy Scott. »Ich weiß, dass die Gerechtigkeit siegen wird.«
Der Fall Walter Scotts reihte sich 2015 in eine Serie tödlicher Polizeischüsse auf Afroamerikaner ein. Wie in anderen Fällen auch war es nach der Veröffentlichung des Handy-Videos zu Protesten und Demonstrationen gekommen. Agenturen/nd