Allzu lange hatte es in Brandenburg danach ausgesehen, als sollte dem Bahnhofssterben die gänzliche Abkopplung der dünn besiedelten Randregionen vom Schienenverkehr folgen. Der vom Land gemeinsam mit dem Verkehrsverbund VBB vorgestellte Entwurf des Landesnahverkehrsplans 2018 markiert nicht weniger als eine Kehrtwende hin zur Regional- und S-Bahn.
Schiene vor Straße, vor Privat-Pkw, aber auch Bus - das ist schon aus ökologischen Gründen langfristig die richtige Entscheidung. Es ist auch der einzig gangbare Weg, um die wachsenden Pendlerverkehre in der Hauptstadtregion in den Griff zu bekommen. Zugleich ist es aber auch ein politisches Versprechen an die in abgelegeneren Teilen Brandenburgs Lebenden, die sich bisweilen längst abgehängt fühlen. Und gerade dort wird man ganz genau hinschauen, ob und wann dieses Versprechen eingelöst wird.
Denn es ist schwer vorstellbar, wie VBB und Bahn die Taktfolge auf den ohnehin stark belasteten Strecken verlässlich verdichten wollen. Wie längere Züge an den zu kurzen Bahnsteigen abgefertigt werden sollen. Und wo eigentlich so schnell die erforderlichen Waggons, Lokomotiven oder Triebwagen herkommen sollen. Ganz zu schweigen vom qualifizierten Personal, das schon heute kaum aufzutreiben ist. Der Plan liest sich gut. Es wäre mehr als nur wünschenswert, wenn er auch funktionierte.