Doch die Ursachen, die dazu führen können, dass Menschen in die Schuldenfalle geraten, sind vielfältig und haben sehr häufig nichts mit »Kaufrausch«, sondern stattdessen mit echter Not zu tun. So gilt als wichtigster Grund noch immer Arbeitslosigkeit - bei jedem fünften Betroffenen war sie im vergangenen Jahr Auslöser der Überschuldung. Obwohl oder gerade weil die Arbeitslosigkeit angesichts des Wirtschaftsaufschwungs stark zurückgegangen ist, hat mancher möglicherweise die Risiken eines Kredits oder Ratenkaufs sträflich unterschätzt.
Deutlich häufiger als in den Vorjahren führen auch Fälle, die der Schuldneratlas[1] unter »Erkrankung, Sucht, Unfall« zusammenfasst, ins finanzielle Abseits. Dicht gefolgt von den materiellen Auswirkungen, die »Trennung, Scheidung, Tod« mit sich bringen können. Jede zehnte Überschuldung ist auf »unwirtschaftliche Haushaltsführung« zurückzuführen, etwas weniger häufig trifft man auf die Folgen von gescheiterter geschäftlicher Selbstständigkeit.
Erschreckend ist, wie viele Menschen bereits über ihre Verhältnisse leben. Bedrohlich aber ist wohl, dass viele von ihnen inzwischen so tief in der Schuldenfalle sitzen, dass sie ohne fremde Hilfe nicht herausfinden. Ihnen muss die Schulderberatung Wege ebnen. Und die muss dafür ausgebaut und qualifiziert werden.
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1072640.schulden-gefangen-in-der-schuldenfalle.html