Frage: Sollten Weiße das N-Wort sagen dürfen? Nein. Das ist indiskutabel. Der Begriff ist eng mit der Geschichte von Kolonialismus und Sklaverei verbunden. Es ist ein abwertendes Schimpfwort, das nur Rassisten guten Gewissens in den Mund nehmen können. Wenn man keiner ist oder keiner sein will, sollte man das auch nicht tun. Immerhin schreiben wir das Jahr 2018.
Folgefrage: Sollte man also eine abendfüllende Talkshow[1] organisieren, in der fünf Kartoffeln, darunter ausgerechnet Frauke Petry, die auf Geflüchtete an der Grenze schießen lassen möchte, und der erfahrungsgemäß nicht besonders intelligente AfD-Versteher Peter Hahne, darüber diskutieren, ob nicht doch eine Diktatur politischer Korrektheit herrscht, weil man sich hierzulande anstandshalber darauf geeinigt hat, Schokokuss und Paprikaschnitzel zu sagen?
Natürlich nicht! Stattdessen hätte man mal mit Betroffenen sprechen können, die tagtäglich unter deutschem Alltagsrassismus leiden, weil in der Realität, dem Anstand zum Trotz, jeder Alman weiterhin feuchtfröhlich »N-küsse« und »Z-Schnitzel« frisst. So braucht sich der MDR gar nicht wundern, warum man ihm vorwirft, dem Rechtsruck weiter Vorschub zu leisten, und er mit Shitstorms überzogen wird.