Zukünftig sollen Patient*innen zahlen, wenn sie die Notaufnahmen von Krankenhäusern quasi zweckentfremden - also mit kleinen Wehwehchen die Wartezimmer verstopfen und nicht stationär aufgenommen werden (wollen). So schlägt es dieser Tage zumindest die Kassenärztliche Bundesvereinigung vor.
Der Trend, außerhalb der Sprechzeiten in der Notaufnahme eines Krankenhauses vorzusprechen, scheint ungebrochen und ist problematisch. Dabei wurde schon einiges probiert: zentrale Notfallnummern mit Sofortberatung, gemeinsame Anlaufstellen von Krankenhäusern und Notdienstpraxen, mehr Hausbesuche. In Berlin beispielsweise sind acht Notdienstpraxen geplant, zwei sind bereits gestartet. Hier werden Patient*innen mit akuten Beschwerden behandelt, die von der Notaufnahme weitergeleitet werden. Die Ausweitung von Notdiensten, die nicht automatisch an Krankenhäuser gekoppelt sind, ist ein Weg und dringend notwenig.
Der Vorschlag der Kassenärztlichen Vereinigung jedoch schlägt eine falsche Richtung ein, denn er zielt allein auf Abschreckung. Denn wer Geld zahlen soll, verzichtet im Zweifelsfall auf einen Arztbesuch. Abschreckung jedoch ist kein guter Ratgeber - schon gar nicht im Krankheitsfall.
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1094461.geld-fuer-die-notaufnahme-der-falsche-weg.html