Sieben Wochen lang war der Streik beim Autozulieferer Neue Halberg Guss ausgesetzt. Die Arbeiter in Leipzig und Saarbrücken hofften darauf, dass eine Schlichtung die »Kuh vom Eis« holen könnte. Die IG Metall hat guten Willen gezeigt, doch der Eigentümer Prevent hat die Tür ohne Vorwarnung zugeknallt und damit auch den Schlichter vors Schienbein getreten, der sich redlich um Ausgleich bemühte und offenbar kaufwillige Investoren an der Hand hatte. Es ist mal wieder ein Lehrstück: Im Raubtierkapitalismus halten die Raubtiere keine Spielregeln ein. Nicht ohne Grund warnen Metaller seit langem, dass Prevent nur eines kennt: Betriebe aufkaufen, auspressen und schließen. Nun ruft die Gewerkschaft wieder zum Streik.
Klar ist auch: Bei Prevent haben die »Halberger« keine Zukunft. Aber niemand weiß, ob sie - wie viele Belegschaften vor ihnen - mit einem neuen Eigentümer nicht wieder nur vom Regen in die Traufe geraten. Die Uhr läuft. Es ist daher höchste Zeit, die Firma in die öffentliche Hand zu überführen und unter die Kontrolle ihrer Belegschaft zu stellen. Laut Grundgesetz sind Enteignungen per Gesetz »zum Wohle der Allgemeinheit zulässig«. Jetzt ist der Saarländische Landtag in Saarbrücken - Stammsitz der Neuen Halberg Guss - am Zuge.
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1100710.streik-bei-neue-halberg-guss-der-schuss-muss-sitzen.html