nd-aktuell.de / 24.05.2007 / Brandenburg
Beim Labor stimmt die Chemie nicht
Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs und misstrauen dem Agrarminister
Bernd Baumann
Die Länderehe mit Berlin ist für absehbare Zeit vom Tisch. Die Zusammenlegung von Behörden bleibt aber aktuell. Die Fusion der beiden Landeslabors soll zum 1. Januar 2008 erfolgen. Es handelt sich um die letzte der geplanten Zusammenlegungen von Behörden in Berlin und Brandenburg, die noch offen ist. Das brandenburgische Landeslabor wird dazu in eine Anstalt des öffentlichen Rechts umgewandelt. Das sei eine wichtige Voraussetzung für die Fusion, sagte Agrarministeriums-Sprecher Jens-Uwe Schade. Die Ankündigung von Agrarminister Dietmar Woidke (SPD) sorgt unter den Mitarbeitern des Landeslabors in Frankfurt (Oder) allerdings für erhebliche Verunsicherung. Schließlich soll auch die Forstverwaltung in eine Anstalt öffentlichen Rechts umgewandelt werden. Mit der Forstreform verbindet sich der Plan eines immensen Personalabbaus. Die Beschäftigten des Landeslabors fürchten deshalb um ihre Arbeitsplätze. Die Landtagsabgeordnete Kornelia Wehlan (Linkspartei) teilt diese Bedenken. Die neue Rechtsform diene dazu, Anstellungsverhältnisse zu lösen. Zumindest alle Führungskräfte müssten sich neu bewerben. Ein rigoroser Personalabbau sei geplant. 2005 gab es 360 Mitarbeiter. 2009 sollen es nur noch 240 sein. Das Landeslabor in Frankfurt (Oder) verfügt über Außenstellen in Potsdam, Cottbus und Oranienburg. Diese sollen vorerst erhalten bleiben. Heftigen Streit gab es über den Sitz der gemeinsamen Behörde. Während Brandenburg anfangs auf Frankfurt als Hauptsitz beharrte, wollte Berlin den Hauptsitz bei sich haben. Woidke brachte deshalb als Kompromiss Groß Glienicke vor den Toren von Berlin und Potsdam ins Gespräch. Woidke schwebte vor, das in Groß Glienicke ein Neubau errichtet wird. Doch Berlin setzte sich durch. Der Hauptsitz der neuen Einrichtung wird sich in der Hauptstadt befinden. Dafür bekommt Brandenburg das Vorschlagsrecht für den Behördenleiter. Tierseuchen wie BSE und Vogelgrippe führten immer wieder zu Engpässen. Mit der Neustrukturierung soll sich das bessern.
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