nd-aktuell.de / 11.10.2018

Malaysia will Todesstrafe abschaffen

Mehr als 1200 Menschen in Malaysia droht die Vollstreckung der Todesstraf wegen Drogenhandel, Terrorismus, Verrat oder anderer Verbrechen

Kuala Lumpur. Malaysias Regierung will die Todesstrafe abschaffen. Das Parlament wird am kommenden Montag darüber beraten, wie malaysische Medien am Mittwoch berichteten. Geplante Hinrichtungen seien aber zunächst ausgesetzt worden.

Obwohl die Debatte noch aussteht, ist sich der für Justiz zuständige Minister Liew Vui Keong seiner Sache ziemlich sicher: »Die Todesstrafe wird abgeschafft. Punkt«, sagte er den Berichten zufolge vor Studenten an einer malaysischen Universität. »Wir müssen das noch prüfen und die Ansichten aller anhören. Aber so, wie es heute aussieht, lautet die Entscheidung, die Todesstrafe abzuschaffen«, wurde das Regierungsmitglied weiter zitiert.

Menschenrechtler begrüßten das Vorhaben. Es sei eine »erstaunliche Ankündigung«, schrieb etwa Amnesty International Malaysia auf Twitter. Die Menschenrechtler hatten das Land noch am Mittwoch zum Internationalen Tags gegen die Todesstrafe wegen der Verhängung von Todesurteilen gegen Arme und Minderjährige[1] kritisiert. Derzeit droht laut lokalen Medienberichten noch mehr als 1200 Menschen in Malaysia die Vollstreckung der Todesstrafe. Sie wurden wegen Drogenhandel, Terrorismus, Verrat oder anderer Verbrechen verurteilt. dpa/nd

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  1. https://www.nd-aktuell.de/artikel/1103001.todesstrafe-un-prangern-hinrichtungen-von-jugendlichen-und-armen-an.html
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