nd-aktuell.de / 14.01.2019 / Politik

Weitere Karawane Richtung USA

Startort ist die honduranischen Stadt San Pedro Sula / Ein weiterer Zug startet in El Salvador

San Pedro Sula. Wieder wollen sich zahlreiche Menschen aus Mittelamerika in einer Migrantenkarawane auf den Weg Richtung USA aufmachen. Am Dienstag sollte der Treck am frühen Morgen von der honduranischen Stadt San Pedro Sula aus losziehen, hieß es in einem Aufruf, der in den sozialen Medien kursierte. »Wir suchen Schutz. In Honduras bringt man uns um,« hieß es in dem Schreiben, das nicht namentlich gekennzeichnet ist.

Experten gehen davon aus, dass sich der Karawane zahlreiche Menschen anschließen werden. »Nach unseren Informationen wird das eine Megakarawane, an der auch viele Kinder teilnehmen, die Opfer der Kriminalität und Vertreibung geworden sind«, erklärte Jaime Flores von der Kinderhilfsorganisation Casa Alianza in der honduranischen Zeitung »La Tribuna«. 15.000 Menschen könnten sich an dem Treck beteiligen.

Nach Angaben der Unterstützergruppe »Pueblo sin Fronteras« wird sich auch in El Salvador ein Zug formieren. In den vergangenen drei Monaten zogen etwa zehntausend Menschen aus Honduras, El Salvador und Guatemala in vier Karawanen aus Mittelamerika durch Mexiko an die US- Grenze. Ein Teil von ihnen hängt seither in der mexikanischen Grenzmetropole Tijuana fest. Die Migranten hoffen darauf, in die Vereinigten Staaten einreisen zu können. Manche haben in den USA politisches Asyl beantragt, andere suchen Arbeit in Mexiko. Mehrere tausend sind wieder in ihre alte Heimat zurückgekehrt.

Angesichts der geplanten Karawane hat die mexikanische Innenministerin Olga Sánchez Cordero bereits vergangene Woche eine neue Einreisepolitik angekündigt. Man werde die Präsenz von Migrationsbeamten an der Grenze erhöhen, um illegale Überschreitungen zu verhindern, erklärte sie. Wer die Grenze widerrechtlich überquere und sich nicht registrieren lasse, werde abgeschoben.

Zugleich bereiteten sich die Behörden darauf vor, dass die Karawane sicher und geordnet einreisen könnten, sagte Sánchez. »Migranten sind keine Kriminellen und erst recht keine Sicherheitsbedrohung für Mexiko oder die USA«, sagte sie. US-Präsidenten Donald Trump hatte die Menschen, die vor Armut und Gewalt aus ihrer Heimat flüchten, als Drogenhändler und Verbrecher beschimpft. epd/nd