Berlin. Mitglieder der Klimaschutzbewegung »Fridays for Future« haben sich zum ersten Mal mit einem konkreten Forderungskatalog an die deutsche Politik gerichtet: Bis Ende des Jahres müssten die Subventionen für fossile Energieträger auslaufen, ein Viertel der Kohlekraftwerke müsse abgeschaltet werden und der Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid (CO2) müsse durch eine Besteuerung stark verteuert werden. In Berlin forderten Mitglieder von »Fridays for Future« [1]die politisch Verantwortlichen auf, nun konkrete politische Maßnahmen zur Umsetzung dieser Ziele zu ergreifen. »Solange das nicht passiert, können wir nicht aufhören zu streiken«, sagte der Klimaaktivist Sebastian Grieme von »Fridays for Future«.
Wie die Forderungen konkret umgesetzt werden sollten, sagten die Aktivist*innen nicht. Dies sei eine Aufgabe von Politik und Wissenschaft. Der Forderungskatalog war nach Angaben der Mitglieder von »Fridays For Future« in bundesweiten Arbeitsgruppen in Abstimmung mit Wissenschaftler*innen ausgearbeitet worden. Ziel sei es, mit dem gewachsenen Einfluss der Bewegung die Politik zum Handeln zu drängen.
Lesen Sie hier den Kommentar von Ramona Pop: Die Zukunft liegt in unseren Händen[2].
»Wir haben gesellschaftlichen und politischen Einfluss«, sagte der Aktivist Linus Steinmetz. »Unsere Bewegung hat eine für uns unvorstellbare Größe erreicht.« Ziel sei es, Politik »bis zur höchsten Ebene« zu beeinflussen.
Die Umsetzung der Forderungen soll dazu beitragen, das im Pariser Klimaabkommen vereinbarte Ziel von maximal 1,5 Grad Erderwärmung einzuhalten. Bis zum Jahr 2035 sollten die Treibhausemissionen in Deutschland bei Null liegen, heißt es in dem Forderungskatalog. Um dies zu erreichen, müsse die Energieversorgung vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Steinmetz kündigte an, dass die Schülerstreiks weiter gehen werden, bis ersichtlich sei, dass die Pariser Ziele tatsächlich angestrebt werden.
Seit Wochen boykottieren junge Menschen in Deutschland und etlichen anderen Ländern weltweit freitags den Unterricht, um gegen ausbleibende Klimaschutzmaßnahmen zu protestieren. Ausgelöst wurde »Fridays for Future« durch die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg[3], die im Sommer 2018 mit ihrem Schulstreik für den Klimaschutz begann. Seitdem gibt es solche Freitags-Demonstrationen in aller Welt. Agenturen/nd