Zwar mag die Schröder’sche Strategie für die Nullerjahre gewissermaßen aufgegangen sein. Doch die Zeiten haben sich verändert. Viele Menschen haben keine Lust mehr auf Klein-Klein und Sozialabbau. Sie wollen, dass wirklich etwas gegen Altersarmut getan wird, sie machen sich Gedanken über die auseinanderdriftende Gesellschaft, gehen zu Tausenden auf die Straße für mehr Klimaschutz. Die bleierne GroKo kann diese neuen Bedürfnisse nicht bedienen, das zeigt das Erodieren der Volksparteien. Es ist daher nur richtig, wenn Malu Dreyer nun endlich das Tabu der Koalition mit der Linkspartei entsorgen will. Ja, sie ist nur Interimschefin, doch auch die kommende SPD-Spitze kann das Thema nicht links liegen lassen. Und selbst für Pragmatiker ist das die einzige Chance, wenn sie noch am Machterhalt interessiert sind.
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1124070.rot-rot-genug-mitte.html