Berlin. In Berlin sind mehr als 500 Infektionen mit dem neuen Coronavirus nachgewiesen. Bis Mittwochnachmittag stieg die Zahl der registrierten Ansteckungen auf 519, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit mit. Das waren 136 Fälle mehr als am Dienstag. Weiterhin würden Kontaktpersonen für eine Eindämmung kontaktiert und isoliert. Im Krankenhaus behandelt werden nach Angaben der Behörde 28 Menschen. Davon sind neun so schwer erkrankt, dass sie Intensivmedizin benötigen.
Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) steigen die Ansteckungszahlen in ganz Deutschland zur Zeit exponentiell. Ob die bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung greifen, sei in rund zwei Wochen klar. Falls die Ratschläge zum Abstandhalten und Hygienetipps wie häufiges Händewaschen nicht ausreichend berücksichtigt würden, rechnet RKI-Präsident Lothar Wieler in zwei bis drei Monaten bundesweit mit bis zu zehn Millionen Infizierten.
In Berlin betreffen die Ansteckungen bisher vor allem Erwachsene in jüngerem und mittleren Lebensalter. Die mit Abstand meisten Fälle wurden aus den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf (81) und Mitte (85) gemeldet, die wenigsten aus Spandau (11). 286 der mit Sars-CoV-2 Infizierten sind Männer, 232 Frauen. Bei einem Menschen wurde das Geschlecht nicht übermittelt.
Nach den Erfahrungen des RKI bekommen 4 von 5 Infizierten wenig oder gar keine Symptome. Viele Infizierte seien auch schon wieder genesen und damit immun gegen das Virus. Das Risiko, an der Covid-19-Krankheit zu sterben, liegt im hohen Alter und mit Vorerkrankungen deutlich höher. Deshalb gilt auch weiterhin der Appell, Rücksicht auf Risikogruppen zu nehmen und sich von Gruppenveranstaltungen fern zu halten, um nicht zum Virusträger zu werden. Schwere Verläufe und Todesfälle schließt das RKI aber auch bei Jüngeren nicht völlig aus.