Der Bund der Versicherten (BdV) hat das Produkt »MeinPlan Kids« der Lebensversicherung von 1871 a. G. (LV 1871) zum »Versicherungskäse des Jahres« gekürt. Mit diesem Negativpreis zeichnet der BdV seit 2015 jährlich das schlechteste Versicherungsprodukt aus.
»Maßgeblich für unsere Entscheidung ist der riesige Schaden für die Verbraucher. Bei ›MeinPlan Kids‹ geht es um eine lebenslange Entscheidung, die - buchstäblich jahrzehntelang - erheblichen Schaden anrichtet. Obendrein gaukelt es den Familien Sicherheit vor und vereitelt damit richtigen Versicherungsschutz und richtiges Sparen«, sagt Edda Castelló, Vorsitzende der Jury.
Bei dem als moderne Sparlösung angepriesenen Produkt handelt es sich in Wahrheit lediglich um eine ungeförderte fondsgebundene Rentenversicherung - mit den bekannten Nachteilen wie mangelnde Transparenz und hohe Kosten, so die Kritik der Jury.
»MeinPlan Kids« kann gegen zusätzliches Geld mit verschiedenen Versicherungsbausteinen erweitert werden. Der Jury zufolge ist es fraglich, ob sich die Leistungen der Zusatzbausteine lohnen. Genau unter die Lupe nahm die Jury die Option, sich den Vertrag am Ende der Sparphase in Form einer lebenslangen Rente auszahlen zu lassen.
Das Ergebnis habe die Experten umgehauen: Ein heute geborenes Kind müsste 130 Jahre alt werden, um das gebildete Kapital auf Basis der garantierten Rentenleistung zurückzuerhalten. »Bei derart hohen ›Biometriekosten‹ wird die Police für die Kids garantiert zu einem dicken Zuschussgeschäft«, so Jury-Mitglied Barbara Sternberger-Frey.
Nominiert waren auch das Produkt »CleverFly«/»CleverFly365« der BD24 Berlin Direkt Versicherung AG und die Zahnzusatzversicherung »Zahn-Ersatz-Sofort« der Ergo Krankenversicherung AG. BdV/nd