Die Vereinigten Arabischen Emirate haben einen Corona-Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinopharm für die breite Verwendung in der Bevölkerung zugelassen. In der entscheidenden dritten Studienphase habe sich für den Impfstoff eine Wirksamkeit von 86 Prozent ergeben, teilte das emiratische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Die Zulassung sei ein »großer Schritt im Kampf gegen die Pandemie« und ein »erheblicher Vertrauensbeweis« mit Blick auf das Vakzin, erklärte das Ministerium der Staatsagentur WAM zufolge.
Der Impfstoff war zuvor bereits für den Gebrauch bei Mitarbeitern im Gesundheitswesen zugelassen. Auch ranghohe Regierungsvertreter waren damit geimpft worden, etwa Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum, Vizepräsident der Emirate und Emir von Dubai, sowie Außenminister Abdullah bin Said. In den Emiraten wurden bislang rund 179 000 Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet.
Angesichts der hohen und regional sogar extremen Corona-Zahlen sind in Bayern seit Mitternacht schärfere Regeln und Auflagen in Kraft. Landesweit gelten nun Ausgangsbeschränkungen wie im Frühjahr, wenn auch mit einer Vielzahl von Ausnahmen, etwa auch für Weihnachtseinkäufe oder Treffen mit einem anderen Hausstand. Der Konsum von Alkohol in Innenstädten und an anderen öffentlichen Orten ist untersagt - wobei die Kommunen die genauen Orte benennen müssen.
Auch an den Schulen ändert sich einiges: Ab Klassenstufe acht wird mindestens auf einen Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht umgestellt. In Landkreisen und kreisfreien Städten mit mehr als 200 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche gibt es sogar nur noch Distanzunterricht. Ausnahmen sind die letzten Jahrgangsstufen der jeweiligen Schularten. Die Klassen eins bis sieben sowie die Förderschulen bleiben überall im Präsenzunterricht.
In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Inzidenz von mehr als 200 gilt zudem eine nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. Menschen dürfen ihre Wohnungen dann nur noch aus einigen wenigen triftigen Gründen verlassen - aber etwa nicht mehr für Spaziergänge oder den Besuch eines anderen Hausstandes. Über dem 200er-Wert lagen bayernweit zuletzt gut zwei Dutzend Kreise und kreisfreie Städte
Wegen der hohen Corona-Zahlen ist Bayern seit Mitternacht auch wieder offiziell im Katastrophenmodus. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) stellte den Katastrophenfall am Dienstagabend fest und setzte damit den Kabinettsbeschluss von Sonntag um. »Ziel ist eine koordinierte und strukturierte Vorgehensweise aller im Katastrophenschutz mitwirkenden Behörden, Dienststellen und Organisationen«, sagte er.
Neuer Höchstwert: Binnen 24 Stunden sind 590 Menschen in Deutschland an oder mit dem Coronavirus gestorben. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen mitteilte, erhöhte sich die Zahl der Todesfälle insgesamt auf 19.932.
Laut RKI werden als Corona-Todesfälle diejenigen gezählt, bei denen die Infektion mit dem Virus ursächlich für den Tod war oder durch Vorerkrankungen wahrscheinlich ist, dass der Tod im direkten Zusammenhang mit Covid-19 steht. Deswegen ist von Menschen die Rede, die an oder mit dem Virus gestorben sind.
Die Zahl der insgesamt seit der Pandemie mit Corona Infizierten stieg am Dienstag in Deutschland auf rund 1,2 Millionen. Das waren 20.815 mehr als am Vortag. Der Anstieg vor einer Woche war um rund 3.500 Fälle niedriger ausgefallen. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag bei 149,1 - und damit weit über dem von der Politik angestrebten Wert von 50. Liegt der Wert höher, können die Gesundheitsämter Kontaktketten nicht mehr vollständig nachvollziehen. Agenturen/nd