Heute schwelgen wir mal in Superlativen: »Águas de Março« wurde 2001 zum besten brasilianischen Song aller Zeiten gewählt. Er stammt aus dem Album »Elis & Tom«, das eine Art »Thriller« der Bossa Nova ist. Also ein Meisterwerk, das auf höchstem musikalischen Niveau die Bandbreite eines Genres abbildet und dadurch einen Schlusspunkt setzt – weil sich Perfektion nicht verbessern lässt.
Dabei war die Bossa Nova 1974 eigentlich erledigt. Nach dem Militärputsch 1964 waren viele Musiker aus Brasilien geflohen. Die Tropicália (eine Mischung aus brasilianischen Klängen und westlichem Rock-Pop) verdrängte zunehmend die altgewordene »neue Welle«. Was zwei Menschen nicht störte: Der Komponist Antonio »Tom« Carlos Jobim schrieb weiterhin am Songbook der Bossa Nova, und die Sängerin Elis Regina träumte davon, mit Jobim ein gemeinsames Album aufzunehmen.
1974, anlässlich ihres zehnjährigen Jubiläums beim Philips-Plattenlabel, wurde ihr Traum wahr. Es wird wohl auch der Traum von Tom Jobim gewesen sein. Denn die Freude, ja, Begeisterung, mit der er gleichermaßen zu Werke geht, ist nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen. Das Video zu »Águas de Março« zeigt zwei Menschen, die einander beflügeln und anfeuern. So macht die gute Laune von Elis und Tom aus »Elis & Tom« das vielleicht lässigste und leichteste Duettalbum der Geschichte.