Am Wochenende, am frühen Samstagabend, gingen mein Sohn und ich in den Keller, um für seine Wohnung ein altes Bett von Ikea hervorzukramen. Wir hatten es vor ungefähr zehn Jahren auseinander geschraubt und eingelagert. Die große Frage war: Würden wir alle Teile finden?
Zur selben Zeit wurden in Berlin die zwei neuen Vorsitzenden der Grünen gewählt. Große Fragen wurden dabei nicht gestellt. Ihr Programm zur Weltenrettung hatten sie schon in den 90er Jahren auseinander geschraubt[1]. Das Besondere bei den Vorstandswahlen war, dass der Proporz wieder eingehalten wurde. Offiziell gibt es bei den Grünen einen Realo-Flügel und einen Nicht-Realo-Flügel. Nichtrealos wie die neue Co-Vorsitzende Ricarda Lang sind daran zu erkennen, dass sie behaupten: »Regieren ist doch keine Strafe, das ist eine riesengroße Chance.« Für sie oder für die Partei?[2] Omid Nouripour, der andere neue Co-Vorsitzende, der vom Realo-Flügel kommt, hat sogar ein Ziel: die nächste Bundestagswahl zu gewinnen. »Wieder in der K-Frage mitspielen«, nennt er das. Danke, reicht schon.
Im Keller haben wir alles, was zum Bett gehört, gefunden. Nur nicht den Beutel mit den Schrauben. Den hatte ich anscheinend schon weggeworfen. So ist das auch mit den Grünen: Alles da, nur kein Nutzen.