Wir sind wieder da, wo wir im Kalten Krieg waren: »nur eine Fehlkalkulation von der nuklearen Vernichtung entfernt« – so das bittere Fazit von UN-Generalsekretär Guterres[1] auf der Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag[2]. Was nützt es da, wenn sich die deutsche Außenministerin für »konkrete Abrüstungsschritte« ausspricht, aber die eigene Beteiligung an der nuklearen Abschreckung der Nato [3]für unabdingbar erklärt? Ihre Begründung, der »Einsatz für nukleare Nichtverbreitung und nukleare Abschreckung« seien »kein Widerspruch«, stand hundertfach im »ND« der 1970er Jahre. Bis grenzüberschreitend die Einsicht reifte: Das Teufelszeug muss weg! Von dieser banalen Erkenntnis sind wir heute weiter denn je entfernt.
Immerhin: Die Alternative eines globalen Untergangs vor Augen, zeigt sich zarte Vernunft. US-Präsident Biden kündigte seine Bereitschaft an[4], mit Russland über ein neues Rüstungskontrollsystem zu diskutieren, das den 2011 unterzeichneten Vertrag zur Reduzierung strategischer Waffen, START-III, ersetzen könnte. Wie schön wäre es, wenn der deutschen Außenamtschefin ein unterstützendes Statement dazu einfiele.
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1165785.atomare-bedrohung-zartes-pflaenzchen-vernunft.html