nd-aktuell.de / 02.08.2022 / Kommentare / Seite 1

Zartes Pflänzchen Vernunft

René Heilig zur Atomwaffen-Überprüfungskonferenz der Uno

René Heilig

Wir sind wieder da, wo wir im Kalten Krieg waren: »nur eine Fehlkalkulation von der nuklearen Vernichtung entfernt« – so das bittere Fazit von UN-Generalsekretär Guterres[1] auf der Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag[2]. Was nützt es da, wenn sich die deutsche Außenministerin für »konkrete Abrüstungsschritte« ausspricht, aber die eigene Beteiligung an der nuklearen Abschreckung der Nato [3]für unabdingbar erklärt? Ihre Begründung, der »Einsatz für nukleare Nichtverbreitung und nukleare Abschreckung« seien »kein Widerspruch«, stand hundertfach im »ND« der 1970er Jahre. Bis grenzüberschreitend die Einsicht reifte: Das Teufelszeug muss weg! Von dieser banalen Erkenntnis sind wir heute weiter denn je entfernt.

Immerhin: Die Alternative eines globalen Untergangs vor Augen, zeigt sich zarte Vernunft. US-Präsident Biden kündigte seine Bereitschaft an[4], mit Russland über ein neues Rüstungskontrollsystem zu diskutieren, das den 2011 unterzeichneten Vertrag zur Reduzierung strategischer Waffen, START-III, ersetzen könnte. Wie schön wäre es, wenn der deutschen Außenamtschefin ein unterstützendes Statement dazu einfiele.

Links:

  1. https://www.nd-aktuell.de/artikel/1165529.welternaehrung-lohnende-verhandlungen-in-kriegszeiten.html
  2. https://www.nd-aktuell.de/artikel/1150293.atombombe-einen-irrtum-von-der-apokalypse-entfernt.html
  3. https://www.nd-aktuell.de/artikel/1164728.atomwaffenverbotsvertrag-toedliche-gefahr-fuer-die-menschheit.html
  4. https://www.nd-aktuell.de/artikel/1165806.atomare-ruestung-eskalierende-bedrohung.html