»Die Lebenschancen von 2,8 Millionen Kindern dürfen uns nicht egal sein«, betonte die damalige stellvertretende Vorsitzende der FDP Katja Suding noch im Wahlkampf. »Kinder« sollten, so die Grüne Annalena Baerbock, gar zum »Mittelpunkt der Politik« werden. Also wurde die Kindergrundsicherung im Koalitionsvertrag der Ampel verankert – als Priorität. Zwar sind die Haushaltsverhandlungen noch nicht ganz abgeschlossen, doch die von Grünen-Politikerin Lisa Paus geplanten 12 Milliarden werden viel mehr als zwei Milliarden nicht übrigbleiben. Und schon die 12 Milliarden seien »das Mindeste vom Mindesten«, ein »Kompromiss mit sich selbst« gewesen, wie Tilo Jung es jüngst betitelte.
Das »Handelsblatt« findet derweil lobende Worte für Lindners Sparetat und verkündet: »Die fetten Jahre sind vorbei«, eine »Entwöhnung von der Ära des Überflusses« stehe bevor. So müssen wir uns also doch wieder verabschieden von den vielen Kitaplätzen, vom uneingeschränkten Zugang zu Freizeit- und Kulturangeboten für Kinder und Jugendliche, ja, von der absoluten Chancengleichheit, den fast sozialistischen Zuständen, die Kinder bisher in unserem Wohlstandsland genießen durften.