Am Mittwoch redete im Interview mit dem Deutschlandfunk Marcel Bohnert, Gewerkschaftsfunktionär des Bundeswehrverbandes, die Anwerbeprobleme der Truppe schön. Es gehe darum, »Werbeträger« zu rekrutieren, die für Transparenz sorgen und nach außen transportieren sollen, wie »gut« sie bei der Truppe behandelt würden. Generell müsse wieder provokanter geworben und offensiv nach außen gegangen werden. Bohnert befürwortete kürzlich via Twitter »Kampfansagen«, als ein Gedenkmarsch für Veteranen mit Flaggen ins Regierungsviertel von Berlin abgehalten wurde.
Warum das Millionenbudget für Aktionstage, Sommercamps, Girlsdays, Social Media Werbung, massive Präsenz an Schulen und die intensive Anwerbung Minderjähriger das Personalproblem nicht löst, liefert er nicht. Dass der bisherige »Werbeträger« aus der Truppe heraus Krieg, das Töten und Sterben offensichtlich immer weniger zu einem »Job« schönreden kann, erfreut. Wer mit »Kampfansagen« und »markigen Sprüchen« Zulauf erzeugen will, täuscht nicht darüber hinweg, dass im Krieg weiterhin Menschen erschossen werden und keine Werbeträger.
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1175241.bundeswehrwerbung-provokanter-markenbotschafter.html