Nicht nur die Pharmaindustrie erhofft sich aus der Auswertung von Gesundheitsdaten[1] einen Mehrwert bei der Entwicklung von Medikamenten. Auch Krankenkassen sehen das Potenzial: Der AOK-Bundesverband blickt optimistisch auf einen neuen Gesetzentwurf. Der soll unter anderem die Verknüpfung von Kassen-Daten mit denen aus regionalen Krebsregistern ermöglichen. Daraus ließe sich etwa die Versorgungsqualität von onkologischen Zentren ableiten.
Nicht ganz geheuer ist dem Kassenverband die Option, dass bestimmte Daten auch für kommerzielle Forschung zur Verfügung stehen sollen. Genau das ist aber der große Treiber des Gesetzes im Hintergrund. Verbände der Hersteller wollen Zugriff auf alles, was in das künftige Forschungsdatenzentrum eingeht. Für die Patienten[2] ist das Ringen darum erst einmal weit weg. Solange Ärzte selbst in Spitzenkliniken Patienten verwechseln, weil sie Daten in verschiedene Systeme eintippen müssen, fehlt es direkt in der Versorgung noch an den Grundlagen. Erst wenn die stimmen, kann – im besten Falle – am Ende verlässliche Forschung geleistet werden.
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1175515.kommentar-begehrte-gesundheitsdaten.html