Es ist lobenswert: Die Bundesregierung hat sich entschlossen, mehr Geld für den Ausbau sozialer Sicherungssysteme in den krisengeschüttelten Ländern der Sahelregion [1]auszugeben. Ob es reicht, die Region zu stabilisieren, darf jedoch bezweifelt werden. Allein seit 2021 gab es im Sahel »gelungene« Putsche in Mali, Burkina Faso, Tschad und zuletzt Niger. Der Ausgangspunkt der Destabilisierung war die westliche Intervention in Libyen.
Den Sahel zu stabilisieren, bedarf es mehr als mehr Engagement für soziale Sicherung. Aus entwicklungsökonomischer Sicht ist ein Fokus auf Beschäftigung der entscheidende Punkt. Solange aus der EU aufgrund des technologischen Vorsprungs Güter wie Mangosaft, Milchpulver oder Schokolade nach Afrika exportiert werden, darf es nicht verwundern, wenn Afrikaner hierher kommen[2], um ihre Rohstoffe hier zu verarbeiten und nicht bei sich zu Hause. Solange in Afrika die Wertschöpfung fast ausschließlich auf die Rohstoffförderung beschränkt bleibt und dort Beschäftigungsperspektiven fehlen, wird das so bleiben. Sinnvoll wäre es, hier anzusetzen. Ein Konzept dafür bleiben die Bundesregierung wie auch die Europäische Union schuldig.