Am Montag hat Sahra Wagenknecht den nach ihr benannten Verein »für Vernunft und Gerechtigkeit« vorgestellt. Zu den Teilnehmern ihrer Pressekonferenz gehörte Ralph Suikat. Ralph wer? In den Weiten des Internets wird man fündig. Der Mann ist Jahrgang 1965 und laut seiner eigenen Webseite »ein bekannter Unternehmer aus Karlsruhe«. Er ist demnach Gründer und Geschäftsführer eines IT-Unternehmens. 2016 hat er seine Anteile an der Firma verkauft und lebt seither nach eigenen Angaben von seinem Vermögen. Aber Suikat lässt es sich nicht (nur) unter Palmen gutgehen. Er hat sich der Umverteilung von privatem Reichtum verschrieben, und zwar vorrangig nicht als Charity-Veranstaltung, sondern in Form von deutlich stärkerer Besteuerung von Vermögenden. Er engagiert sich dafür in mehreren Initiativen. Seine Arbeit schildert er in einem Anfang 2022 veröffentlichten Podcast der Stiftung Weltethos, die sich dem Dialog der Religionen verschrieben hat. Alle finanzpolitischen Entscheidungen der letzten Jahre hätten »Veränderungen vor allem zugunsten der eh schon Vermögenden« gebracht, konstatiert Suikat in dem Interview.
2021 gehörte er zu den Erstunterzeichnern des Appells »Tax me now«, in dem Millionär*innen unter anderem die Wiedereinführung der Vermögensteuer, die Abschaffung der zahlreichen Möglichkeiten, die Erbschaftssteuer zu umgehen, und striktere Regeln zur Verhinderung von Steuervermeidung und -hinterziehung fordern. Außerdem betreibt Suikat »Impact Investing«. Er steckt sein Geld also in Projekte, die nach seiner Einschätzung eine dem Gemeinwohl zugute kommende Wirkung haben. Mithin könnte der Verein BSW, der für Wagenknechts Parteigründung Spenden sammeln soll, zu den von ihm Begünstigten gehören. Man darf gespannt sein, was er sich von der neuen Partei erhofft und ob er auch selbst politische Ambitionen hat.