Es ist wieder so weit: Nach Jahrzehnten prächtiger Profite folgt nun der Kater und die deutsche Industrie drückt auf die Tränendrüse[1]. Der Katzenjammer, den sie dabei von sich gibt, ist so unglückselig, dass einem die Konzernchefs fast leidtun.
So scheint es auch der mächtigen IG Metall[2] zu gehen, die sonst bei jeder Gelegenheit den Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit beschwört. Metall-Vorsitzende Christiane Benner setzte Kanzler Olaf Scholz auf dem Gewerkschaftstag sogar die Pistole auf die Brust und forderte deftige Strompreissubventionen für die energiegefräßige deutsche Industrie[3]. Macht Sinn, die Gewerkschaft hat Angst vor Job- und Mitgliederverlust. Sinn macht auch, dass Beschäftigte nicht die Quittung bezahlen wollen für satte Unternehmensgewinne der Vergangenheit – auch dank günstiger Strompreise und Lohnmäßigung.
Doch gerade darum drängt sich die Frage auf, die im lauten, wehleidigen Klagen der Industrieunternehmer unterzugehen droht: Ist es eigentlich Sache der Gewerkschaften, sich zu Resonanzverstärkern für deutsche Industrieinteressen zu machen?
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1177280.kommentar-resonanzverstaerker-fuers-kapital.html