nd-aktuell.de / 17.11.2023 / Politik / Seite 1

Jeder Wassertropfen zählt

Der Weltfriedensdienst greift Kleinbauern in Simbabwe beim Wassermanagement unter die Arme

Maximilian Knoblauch, WFD
Pflanzen für eine nachhaltige Landwirtschaft
Pflanzen für eine nachhaltige Landwirtschaft

In der Trockensavanne im Osten von Simbabwe am Fuß der Chimanimani Mountains fällt nur wenig Regen, 300 bis 400 Millimeter pro Jahr. Die Folgen der Klimakatastrophe bedrohen die Lebensgrundlagen der Menschen immer stärker – und gefährden das friedliche Zusammenleben. Die meisten der etwa 21 000 Menschen dort leben als Selbstversorger*innen in weit verstreuten Gehöften mit kaum fruchtbaren Böden. Das durchschnittliche Einkommen liegt bei 51 Euro im Monat. Chronische Armut, Mangelernährung und Hunger sind allgegenwärtig. Die pure Not der Menschen und fehlendes Wissen um Alternativen führen zur Übernutzung von Wald, Wasser und Grasland. Genau hier setzen die Aktivitäten von PORET an, der langjährigen und erfahrenen Partnerorganisation des Weltfriedensdienst in Simbabwe.

Im Kern geht es PORET um nachhaltige Landwirtschaft und das Management natürlicher Ressourcen. Unter Bedingungen extremer Trockenheit und zunehmender Auswirkungen der Klimakrise vermitteln die PORET-Fachleute Techniken wie die nachhaltige Aufforstung, den agrarökologischen Anbau und die sogenannte Wasserernte. Ziel der Wasserernte ist es, jeden Wassertropfen dort aufzufangen und zurückzuhalten, wo er tatsächlich gebraucht wird. Dafür legen die kleinbäuerlichen Familien ein Netz aus Sickergräben an und schütten kleine Dämme auf, um das Wasser aufzustauen. Wenn dieses Wassersystem richtig angelegt wird, bleibt der Boden trotz extremer Trockenheit länger feucht und wird nicht weggeschwemmt. Nur dadurch können die kleinbäuerlichen Familien in Chimanimani weiterhin Ackerbau betreiben – und so auch in Zeiten des Klimawandels ihr eigenes Überleben sichern. Gleichzeitig leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz: Die Bäume werden dank der Wasserernte versorgt und der Grundwasserspeicher aufgefüllt.

So hat PORET in Chimanimani einen Lernort für Agrarökologie in Trockenregionen geschaffen. Die Idee verbreitet sich von dort aus im gesamten Südlichen Afrika weiter. Und damit auch die Vision von PORET: Eine Gemeinschaft, die die Natur respektiert, ihre Lebensumstände aus eigener Kraft verbessert und so die Armut überwindet.