Der Treppenwitz des Kapitalismus ist, dass das Kapital dazu neigt, sich selbst Knüppel zwischen die eigenen Beine zu werfen, gerade wenn es ohnehin nicht rundläuft[1]. Dann ist es auf seinen ideellen Gesamtkapitalisten angewiesen, der ökonomische Vernunft walten lässt.
So ist es auch jetzt: Weil die wirtschaftlichen Aussichten schlecht sind, scheuen die Unternehmen Investitionen in technologische Innovationen[2] und neue Produktionsanlagen. Doch nur damit könnten sie im nächsten Akkumulationszyklus konkurrenzfähig bleiben. Aber selbst wenn sie investieren wollten, es gelänge ihnen nicht: Denn Banken sind nicht gewillt, ihnen Darlehen zur Verfügung zu stellen.
Folgt also wieder eine Phase des Staatsinterventionismus: Kapitalisten, die sonst über Eingriffe durch die öffentliche Hand schimpfen, sind auf staatliche Garantien und Subventionen angewiesen[3], um weiter akkumulieren zu können. Ein schlechter Scherz, dass das gegen den Willen von Wirtschaftsliberalen geschieht, die bar jeder Einsicht an der Ideologie der Schuldenbremse festhalten.
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1179045.konjunktur-kapital-braucht-staatsintervention.html