Das Startchancen-Programm[1] ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ein großer sogar. Jedes Jahr sollen zwei Milliarden Euro in Schulen fließen, die einen hohen Anteil sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher unterrichten – darauf haben sich Bund und Länder verständigt. Damit werden Strukturen geschaffen, in denen sich Schüler weiterentwickeln können. Der Berliner Rütli-Campus[2] mag dafür als Beispiel dienen, einst ein Ort der Hoffnungslosigkeit, heute eine Schule, die auch ein soziales Zentrum ist.
Auffallend ist die Einigkeit, mit der das Programm verabschiedet worden ist. Es gab keinen Aufschrei, dass nur Leistungsschwache gefördert werden und die Begabten leer ausgehen. Der Vorwurf der Gleichmacherei, wie bei den Debatten um Gesamtschulen, blieb dieses Mal aus. Vielleicht ist das eine Weiterentwicklung. Denn das Programm[3] berücksichtigt auch die Forderung von Bildungsforschern, wonach die Schüler als komplexe Persönlichkeiten betrachtet werden, die passgenau gefördert werden müssen. Und diesem Ansatz folgend profitieren alle Schüler gleichermaßen davon.