»Ich mache einen Unterschied zwischen politischen Gegnern und Feinden der Republik.« Mit diesen Worten begründete Albane Branlant, Kandidatin der Regierungspartei Renaissance im 3. Wahlkreis der Somme bei Amiens, ihren Rückzug vor der zweiten Runde der Parlamentswahl am kommenden Sonntag. Mit 24 Prozent der Stimmen im ersten Durchgang hatte sich Bralant dafür qualifiziert – wie alle Bewerber, die nicht mit absoluter Mehrheit siegten, aber mindestens 12,5 Prozent holten. Nun will sie, dass ihre Wähler zum Damm beitragen, der eine absolute Mehrheit für den extrem rechten Rassemblement National (RN) verhindern soll[1].
Die 27-Jährige aus der Provinz ist kein politischer Star. Schon früh ein Fan von Präsident Macron sieht sich die Kommunikationsberaterin als Stimme der Landjugend und Gewerbetreibenden. Dass die Medien ihrem Schritt einige Aufmerksamkeit schenken, liegt vor allem daran, dass dieser François Ruffin Auftrieb verleiht, der als Abgeordneter in der Nationalversammlung zur Fraktion der stramm linken Bewegung La France Insoumise zählte.
Obwohl Branlant einen Wahlaufruf vermied, sind Ruffins Chancen, die im 3. Wahlkreis auf dem ersten Platz gelandete RN-Kandidatin Nathalie Ribeiro-Billet noch abzufangen, gestiegen. Ruffin lobte, dass Branlant einen Unterschied macht zwischen rechtsextremen und einem »linken Kandidaten, der humanistische Werte vertritt«. Das ist im bürgerlichen Lager nicht mehr ganz selbstverständlich.[2] Unter dem Strich haben 221 Kandidaten zurückgezogen, in den meisten Fällen, um den RN in ein Duell zu zwingen. Um 94 der 500 noch zu vergebenden Sitze in der Nationalversammlung in Paris bewerben sich drei Kandidaten, in einem Wahlkreis kommt es zum Vierkampf.
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1183460.wahlen-in-frankreich-albane-branlant-front-gegen-rn.html