nd-aktuell.de / 10.10.2024 / Kommentare / Seite 1

Mut braucht Unterstützung

Der Coming Out Day ist ein Tag der Wut, meint Anton Benz

Anton Benz
»Angstfrei sichtbar« – das bleibt auch 2024 in Deutschland vielen queeren Menschen verwehrt.
»Angstfrei sichtbar« – das bleibt auch 2024 in Deutschland vielen queeren Menschen verwehrt.

Der Coming Out Day, der jedes Jahr am 11. Oktober stattfindet, soll Menschen Mut machen, sich zu outen. Mut? Mit Blick auf die eben zu Ende gegangene Pride Season[1] ist das viel verlangt. Denn ja, es gab zahlreiche kleinere Städte, die zum ersten Mal einen CSD auf die Beine stellten. Doch auch das gab es: Störversuche, Übergriffe, blanken Hass[2]. Ist es da noch sicher, sich offen queer zu zeigen? Diese Frage werden sich dieses Jahr mehr Menschen stellen als sonst. Vielleicht gerade am Tag des Coming Out.

Was allemal sicher ist: AfD, CDU und BSW säen ein Klima des Hasses auf queere Menschen. Sie liefern die Worte – zuschlagen, das erledigen andere[3]. Gleichzeitig tut die Bundesregierung nicht genug, um Betroffene zu schützen. »Ziel der Regierungskoalition ist die Stärkung der Aufklärungs- und Beratungsangebote für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt«, hieß es bereits 2022. Die Realität ist: Queere Hilfsangebote, wie Beratungsstellen, mussten ihr Angebot zurückfahren und zum Teil einstellen. Im nächsten Bundeshaushalt wird weiter gekürzt.

Links:

  1. https://www.nd-aktuell.de/artikel/1185633.csd-queere-parade-und-rechte-aufzuege-in-goerlitz-und-zgorzelec.html
  2. https://www.nd-aktuell.de/artikel/1185452.christopher-street-day-csd-in-oranienburg-erst-queere-freude-dann-rechte-gewalt.html
  3. https://www.nd-aktuell.de/artikel/1185254.christopher-street-day-kampfzone-gender.html