Aufatmen in Brüssel und Berlin. Denkbar knapp hat sich Maia Sandu in der Stichwahl ihre zweite Amtszeit als moldauische Präsidentin[1] gesichert und setzt damit den EU-Kurs der ehemaligen Sowjetrepublik fort. Doch Sandus politische Karriere steht auf tönernen Füßen. Die Schuld daran trägt sie selbst.
In ihrer ersten Amtszeit hat die Präsidentin lieber von einer europäischen Zukunft geredet, als die Gegenwart der Menschen im Land zu verbessern. Dringend nötige Reformen wie in der Justiz blieben aus oder zeigten wie in der Wirtschaft kaum Wirkung. Sandu hat es nicht geschafft, die Spaltung zwischen Stadt und Land auch nur ansatzweise aufzuheben. Dafür haben ihr nun viele die Stimme verweigert,weswegen Sandu zur Königin der Diaspora geworden ist. Dass sie sich nur dank der Stimmen aus dem Ausland im Amt halten konnte, schwächt die Präsidentin in Moldau selbst, die nach der Parlamentswahl 2025 zu einer Repräsentantin ohne Handlungsmacht degradiert werden könnte.
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1186496.moldau-maia-sandu-koenigin-der-diaspora.html