Wie mit dem Unterrichtsausfall während der Corona-Pandemie in den Schulen umgegangen wurde, offenbart ein Dilemma: Aufholprogramme[1] wurden angekündigt, aber die Umsetzung gelang nur mancherorts, weil Personal fehlte[2]. Die meisten Angebote sind inzwischen ausgelaufen, Lernrückstände klaffen aber weiterhin. Lehrkräfte wie Schüler müssen sich mit einem scheiternden Bildungssystem arrangieren. Der Leistungsdruck bleibt aber, und die Angst steigt bei vielen Kindern und Jugendlichen, nicht mehr mitzukommen, wie das Deutsche Schulbarometer zeigt. Ein Viertel der Befragten machte sich demnach Sorgen, in der Schule keine guten Noten zu erbringen. Außerdem gibt es Ängste vor Klimaveränderungen und Kriegen. Kinder wachsen derzeit mit vielen Unsicherheiten auf, die ihnen aufs Gemüt schlagen. Rund ein Fünftel der Befragten hat psychische Probleme.
Darauf müssen die Schulen reagieren und Hilfsangebote schaffen[3]. Es braucht nicht nur mehr Lehrkräfte, sondern auch Sozialarbeiter, Psychologinnen und Erzieherinnen. Schulen sind wichtige Orte für Kinder und Jugendliche, dort müssen sie sich wohlfühlen können, schließlich verbringen sie in den Einrichtungen viel Zeit und haben dort einen großen Teil ihrer sozialen Kontakte. In den Schulen müssen sie einen Platz vorfinden, an dem sie lernen und sich entwickeln können. Das wird nur zu erreichen sein, wenn der Lernprozess in den Mittelpunkt gerückt und der Leistungsdruck zurückgenommen wird. Die alarmierenden Ergebnisse der Befragung sollten zu denken geben.