Ihr Kürzel ist einprägsam, ihr Name weniger: NNN wird Netumbo Nandi-Ndaitwah in Namibia der Einfachheit halber meist genannt. Die 72-jährige Veteranin des namibischen Unabhängigkeitskampfes, das neunte unter 13 Geschwistern, hat Landesgeschichte geschrieben: Sie wird als erste Frau Präsidentin Namibias, längst nicht in Afrika, das schaffte 2006 Ellen Johnson Sirleaf in Liberia, die 2011 auch den Friedensnobelpreis einheimste.
Nandi-Ndaitwah wird in Namibia das höchste Staatsamt antreten just zu dem Zeitpunkt der bisher größten Krise der Swapo[1], die seit der Unabhängigkeit 1990 regiert. Netumbo Nandi-Ndaitwah kam selbst auf 58 Prozent und lag damit fünf Prozentpunkte über dem deutlich gesunkenen Zuspruch zur Swapo bei den Parlamentswahlen. Das verdankt sie ihrem Ruf, eine toughe Frau zu sein. Als Schülerin wurde sie als Swapo-Aktivistin verhaftet, verbrachte später bis 1988 14 Jahre im Exil, wo sie schließlich nach Großbritannien gelangte und dort einen Universitätsabschluss in internationalen Beziehungen erwarb. Nach ihrer Rückkehr bekleidete sie verschiedene Ämter, unter anderem als Ministerin für auswärtige Angelegenheiten, Tourismus, Kinderfürsorge und Information und schlussendlich Vizepräsidentin.
Die Rechte der Frauen liegen Nandi-Ndaitwah besonders am Herzen. Es war ihr zu verdanken, dass 2002 das Gesetz zur Bekämpfung von häuslicher Gewalt in der Nationalversammlung eine Mehrheit bekam, trotz männlicher Widerstände. Sie kündigte an, sich in ihrer fünfjährigen Amtszeit auf die Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit sowie Investitionen in »grüne Energie«, Landwirtschaft und Infrastruktur zu konzentrieren. »Ich bin eine Umsetzerin, keine Geschichtenerzählerin«, lautet ihr Credo.
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1187327.namibia-namibia-toughe-staatschefin-in-spe.html