Lissabons Polizei hat zum großen Schlag ausgeholt. Zum Zwecke der »besonderen Kriminalprävention« riegelten Beamte am Donnerstag die migrantisch geprägte Ausgeh- und Ladenstraße Rua do Benformoso in der Mouraria und Teile des zentralen Platzes Martim Moniz ab. Das ist dort, wo stets eine lange Schlange von Touristen ansteht, um mit den historischen Straßenbahnwagen der Linie 28 durch die Altstadt zu gondeln[1]. Wie überall im Zentrum der portugiesischen Hauptstadt können sie auch hier auf Dealer oder Taschendiebe treffen.
Nun konnten sie und anwesende Medien mit ansehen, wie die Bewaffneten Dutzende Menschen für deren Durchsuchung zwangen, mit ausgestreckten Armen und dem Gesicht zu den Hauswänden zu stehen. Ins riesige Netz gingen der Polizei zwei kleine Fische, 4000 Euro in bar, ein Messer, ein paar gefälschte Artikel und ein geklautes Handy.
Der konservative Ministerpräsident Luis Montenegro lobte diesen Akt der Willkür und Erniedrigung als »sehr wichtige Operation«, die der Polizeiarbeit gegen »kriminelles Verhalten« Sichtbarkeit und Nähe verschafft und das Sicherheitsgefühl der Bürger gestärkt habe. Von allen Bürgern kann dabei nicht die Rede sein, denn die Aktion stellte Immigranten unter Generalverdacht und diente in erster Linie der Propaganda.
Montenegro spielt hier auf demselben Klavier wie die fremdenfeindliche Partei Chega[2], die Kriminalität pauschal mit Einwanderung verknüpft. »In welchem Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts befinden wir uns?«, stellte ihm die sozialistische Abgeordnete Isabel Moreira auf X die zu den schockierenden Bildern passende Frage.
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1187730.portugal-einwanderer-unter-generalverdacht.html