Erst kurz vor Weihnachten war Gerhard Trabert auf Platz eins der Landesliste der Linken in Rheinland-Pfalz zur Bundestagswahl gewählt worden. Nun ist der Professor für Sozialmedizin und Sozialpsychiatrie und Vorsitzende des Vereins Armut und Gesundheit [1]in Deutschland schwer erkrankt. Der Verein teilte bereits am Freitagnachmittag auf seiner Webseite mit, Trabert habe »mehrere Schlaganfälle erlitten«. Eine Prognose über die Entwicklung seines Gesundheitszustandes sei derzeit nicht möglich.
Die Linke Rheinland-Pfalz hatte den parteilosen Mainzer am 21. Dezember als Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl aufgestellt. Ein Sprecher der Linken sagte dem Nachrichtenportal »Rheinpfalz«, es sei derzeit noch nicht klar, wie es weitergehe und ob der 68-Jährige die Spitzenposition auf der Landesliste weiter innehaben werde. Darüber wolle man diese Woche sprechen. Die Erkrankung des Sozialarbeiters, Hochschullehrers und Arztes habe die Partei »schwer getroffen«.
Im Jahr 2022 hatte Die Linke Trabert bei der Bundespräsidentenwahl[2] als Gegenkandidaten von Frank-Walter Steinmeier aufgestellt, wodurch er bundesweit bekannt wurde. Bei der Europawahl war er von der Linken für Platz vier ihrer Kandidatenliste aufgestellt worden. Da diese ihr Ergebnis im Vergleich zur vorangegangenen Wahl aber halbierte, kam er nicht ins Europaparlament. Er hatte im Nachhinein seine Verärgerung darüber geäußert[3], dass er im Wahlkampf an den Rand gedrängt worden war. nd