nd-aktuell.de / 08.01.2025 / Politik / Seite 1

Freude über das Regen-Auffangbecken

In Guatemala gibt es gute Nachrichten für das neue Jahr

Isabell Nordhausen, INKOTA
Die Guatemaltekin Lila Gudiel sieht im Regenauffangbecken einen großen Fortschritt.
Die Guatemaltekin Lila Gudiel sieht im Regenauffangbecken einen großen Fortschritt.

»Über die Nachricht, dass wir Unterstützung bekommen, um in unserer Gemeinde ein Regen-Auffangbecken bauen zu können, habe ich mich riesig gefreut!«, sagt Lila Gudiel aus Plan de la Cruz in Guatemala und strahlt übers ganze Gesicht. Sie hatte von dem Erfolg in der Nachbargemeinde El Garay mitbekommen, in der bereits im Frühjahr 2024 ein solches Auffangbecken fertiggestellt wurde. Über eine Million Liter konnten hier während der vergangenen Regenzeit gesammelt werden. Bei der zunehmenden Wasserknappheit und den Dürren im Trockenkorridor von Guatemala ist das ein enormer Schritt. Lila Gudiel berichtet: »In der jährlichen Trockenzeit haben wir immer viel zu wenig Wasser. Deshalb ist Wasser für uns sehr kostbar. Wir benötigen es dringend, um unsere Gemüsepflänzchen gießen zu können.«

Zusammen mit weiteren Gemeindevertreter*innen ging sie deshalb auf INKOTA-Partner MadreSelva zu, um sich nach den Möglichkeiten in ihrer eigenen Gemeinde zu erkundigen. Kurz vor Weihnachten kam dann die gute Nachricht: Mit den gesammelten Spenden aus der nd-Soliaktion können wir loslegen. Darüber ist Lila Gudiel überaus glücklich und dankbar: »Das neue Auffangbecken wird unserer ganzen Gemeinde zugutekommen. In unserer Gemeinde gibt es viel Zusammenhalt. Doch es fehlt an Geld, um Projekte und Ideen umzusetzen. Im Namen der ganzen Gemeinde möchte ich allen bisherigen Spender*innen für ihr großzügiges Herz und die unternommenen Bemühungen, um uns zu unterstützen, danken!«

Um sich einen Überblick über die lokalen Begebenheiten in Plan de la Cruz zu verschaffen, hat MadreSelva bereits eine topografische Untersuchung an dem Ort vorgenommen, an dem der Wasserspeicher gebaut werden soll. Zusätzlich fanden bereits Treffen in der Gemeinde statt, um wichtige Änderungen zu organisieren. So müssen Nutzungs- und Wegerechte geklärt werden. Doch alle sind hoch motiviert. Jede Familie bringt als Unterstützung ehrenamtliche Arbeitszeit ein. Materialien wie Sand und Steine müssen bewegt, die Bautrupps mit Essen versorgt werden. In den Treffen wird darauf geachtete, dass die Arbeit gleichmäßig auf alle Familien verteilt wird. Frauen und Männer sind gleichermaßen beteiligt. Ein detailliertes Planungsdokument und ein erster Bauentwurf wurden bereits fertiggestellt. Das geplante zusätzliche Reservoir soll eine Größe von rund 1000 Quadratmetern und ein Speichervolumen von etwa 900 Kubikmetern aufweisen und für 45 weitere Familien Zugang zu Wasser schaffen. Damit wird gesichert, dass sie ihre Ernten in trockenen Zeiten retten können. Noch fehlen Spenden an die nd-Soliaktion, damit wir das Spendenziel erreichen und alles wie geplant umsetzen können.