nd-aktuell.de / 08.01.2025 / Politik / Seite 1

Mut und Perspektive trotz Klimakrise

In Südafrika werden neue Wasserquellen erschlossen

Vanessa Kohm, SODI
Schulungen unterstützen Bäuerinnen dabei, ihre Ernteperspektiven zu verbessern.
Schulungen unterstützen Bäuerinnen dabei, ihre Ernteperspektiven zu verbessern.

»Ohne Wasser gibt es keine Landwirtschaft. Wir mussten uns auf den Regen verlassen, denn wir hatten keine Quellen zur Bewässerung. Doch der Regen fällt immer unvorhersehbarer«, sagt die 61-jährige Sarah Mohlala aus Sedawa. Wie viele Menschen in den ländlichen Gebieten der südafrikanischen Provinzen Limpopo, KwaZulu-Natal und Ostkap lebt sie von der Landwirtschaft auf kommunalem Land. Übernutzte Böden sowie zunehmende Wasserknappheit und extreme Wetterereignisse bedrohen jedoch die Ernten. Strategien zum Schutz der Wasser- und Bodenressourcen sind daher für die Lebensgrundlagen der kleinbäuerlichen Familien entscheidend.

Sarah Mohlala ist eine von 850 Bauern und Bäuerinnen aus 48 Dörfern, die von der Mahlathini Development Foundation (MDF) und SODI unterstützt werden, ihre Ernten trotz Klimakrise zu sichern. MDF vermittelt in Schulungen agrarökologische Techniken, die die Bodengesundheit verbessern und die Nutzung von Grau- und Regenwasser optimieren. Sechs Dorfgemeinschaften haben außerdem bereits mit Unterstützung der Fachkräfte von MDF ihre Wasserverfügbarkeit durch die Erschließung von Quellen und Bohrlöchern sowie den Bau von Kanälen verbessert. Mit neu erlernten Techniken und Wasser aus einem Bohrloch ist Sarah Mohlala unabhängiger von den unregelmäßigen Regenfällen geworden: »Früher habe ich während der Regenzeit im Sommer für den Eigenbedarf gepflanzt. Jetzt baue ich das ganze Jahr über an.«

Zudem fördert der Aufbau von selbstverwalteten Wasser- und Weidekomitees die gerechte und nachhaltige Verteilung der natürlichen Ressourcen. Dadurch haben sich die Ernten deutlich verbessert. Das ermöglicht es den Kleinbauernfamilien, Überschüsse zu verkaufen und ihr Einkommen zu steigern. MDF unterstützt sie bei der Direktvermarktung auf lokalen Markttagen. Ein Teil der dort erzielten Gewinne wird in Spar- und Kreditgruppen angelegt. So ermöglichen sich die Bauern und Bäuerinnen gegenseitig Kredite für Investitionen.

2025 plant MDF die Schulungen auszubauen und weitere Dorfgemeinschaften bei der Erschließung von Wasserquellen zu unterstützen. Zudem sollen die Kleinbauernfamilien dabei begleitet werden, aktuelle Herausforderungen wie die anhaltende Dürre in Limpopo und im Norden KwaZulu-Natals sowie stark gestiegene Preise für Betriebsmittel wie Viehfutter zu meistern. Die Bäuerin Agnes Popela aus Madeira Ga-Sekororo in Limpopo ist zuversichtlich: »Das Projekt hat uns zusammengebracht und uns Mut gemacht, weiterhin für die Ernährung unserer Familien und unserer Gemeinschaften zu arbeiten.«