Vor etwa einem Jahr begann die große Protestwelle gegen Rechtsextremismus[1] in Deutschland. Ganz vorne dabei, bei der Organisierung und auf den Bühnen: Fridays for Future. Ja, 2024 konnte man bisweilen den Eindruck gewinnen, die Gruppe hätte ihr Kernthema Klimaschutz gegen den Schutz der Demokratie eingetauscht[2]. Eigene Demonstrationen mussten ausfallen oder wurden, wie vor der Europawahl, umbenannt in »Klimastreik für Demokratie«.
Nun stehen erneut Wahlen an und die Welt rutscht ungebremst nach rechts. Doch bei den neuen Forderungen der Fridays an die Politik spielt das keine Rolle[3]. Gut so, denn die Gruppe konzentriert sich wieder voll auf die sozial-ökologische Transformation: neue Jobs für die Klimawende, Besteuerung von Superreichen, Mobilitäts- und Wärmegarantie für alle. Es geht darum, Themen zu setzen. Und zu zeigen, dass Klimaschutz und Sozialpolitik vereinbar sind. Eigentlich wäre das die Aufgabe von SPD und Grünen. Doch die sind anderweitig beschäftigt – auf der Spielwiese von AfD und CDU.