nd-aktuell.de / 31.03.2025 / Berlin / Seite 1

Diagnose: Gefährlich geschnarcht

Förderbilanz der Brandenburger Investitionsbank vorgelegt

Andreas Fritsche
Behandelt werden kann Schlaf­apnoe in einem Schlaflabor.
Behandelt werden kann Schlaf­apnoe in einem Schlaflabor.

Schnarchen ist an sich kein Problem, stört höchstens den Partner im Ehebett. Anders sieht es bei der sogenannten Schlafapnoe aus. Da setzt die Atmung bis zu zehn Sekunden aus; dann schnappt der Patient mit lautem Schnarchen nach Luft und ist morgens gerädert, weil er nicht ruhig durchschlafen konnte. Das ist ein ernsthaftes gesundheitliches Problem, können sich doch daraus Bluthochdruck, Diabetes oder Herzbeschwerden entwickeln. Sogar ein Schlaganfall könnte die Folge sein.

Ob jemand bloß harmlos schnarcht oder unter Schlafapnoe[1] leidet, die dringend behandelt werden sollte, lässt sich nun unkompliziert ermitteln. Die Potsdamer Diametos GmbH entwickelte dazu eine App. Man legt das Mobiltelefon auf den Nachttisch. Die App zeichnet die Geräusche auf und analysiert sie.

Am Montag präsentierte die Investitionsbank des Landes Brandenburg[2] (ILB) ihre Förderbilanz. Ein Beispiel, welche Firmen mit welchen innovativen Ideen unterstützt wurden, ist die Diametos GmbH mit ihrer App. Ein anderes Beispiel ist die Dryad Networks GmbH aus Eberswalde. Die bietet ein System von Sensoren zur Früherkennung von Waldbränden an. Neuester Clou: Wenn die Sensoren anschlagen, soll automatisch eine Drohne starten und Bilder vom Brand an die Feuerwehr übermitteln, damit nicht erst zu wenige oder gleich unnötig viele Einsatzkräfte zum Löschen ausrücken. Der Prototyp der Drohne erlebte jüngst seinen Jungfernflug. Es muss aber noch daran getüftelt werden.

Im Auftrag des Bundeslandes reichte die ILB im vergangenen Jahr insgesamt 1,5 Milliarden Euro Fördermittel aus. Dazu kamen noch 500 Millionen Euro zinsverbilligte Darlehen. Knapp 4300 Vorhaben konnten auf diese Weise unterstützt, mehr als 3700 Arbeitsplätze neu geschaffen oder zumindest gesichert werden. So rühmt sich die ILB. Auch der Firma Juno-Bau in Spremberg, die unter anderem Umspannwerke für die Energiewende baut, wurden Fördermittel für eine neue Produktionshalle zugesagt. Dort entstehen der ILB zufolge 23 neue Jobs.

Deutschlands Wirtschaft stecke in einer Krise. Im vierten Quartal 2024 sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein deutliches Minus von 0,4 Prozent zu verzeichnen gewesen, sagte Brandenburgs Finanzminister Robert Crumbach (BSW) zur Einordnung. Vor dem Hintergrund der schwächelnden Konjunktur betrachtet, könne die ILB »eine wirklich gute Förderbilanz für das Jahr 2024 präsentieren«, meinte Crumbach. Allein für den sozialen Wohnungsbau[3] wurden 212 Millionen Euro zugesagt, wobei laut ILB-Vorstandschef Ulrich Scheppan die Nachfrage den Bedarf überstieg.

Links:

  1. https://www.nd-aktuell.de/artikel/56677.verschlafene-nacht-im-labor.html?
  2. https://www.nd-aktuell.de/artikel/1082175.eine-schule-fuer-alle-fuer-millionen-euro.html?
  3. https://www.nd-aktuell.de/artikel/1058305.unsozialer-wohnungsbau.html?