nd-aktuell.de / 31.03.2025 / Politik / Seite 1

Trump droht Putin und Selenskyj

US-Präsident versucht weiter, mit Zuckerbrot und Peitsche in der Ukraine Frieden zu erreichen

Daniel Säwert
Ukraine-Krieg – Trump droht Putin und Selenskyj

US-Präsident Donald Trump ist sauer auf Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin. Von Russlands Präsident sei er »pissed off«, weil der nicht mit dem ukrainischen Staatschef endlich über eine Waffenruhe und ein Ende des Krieges verhandeln will, sagte Trump am Wochenende zu US-Journalisten. Sollte Moskau für ein Scheitern der Gespräche verantwortlich sein, würden den bösen Worten Sanktionen gegen russisches Öl folgen, so Trump.

Zugleich bekam Selenskyj sein Fett weg, weil der zögert, das von Trump überarbeitete Knebel-Rohstoffabkommen zu unterzeichnen, das der ukrainische Präsident einst für mehr Unterstützung selbst ins Spiel gebracht hatte. »Ich sehe, dass er versucht, aus dem Abkommen über Seltene Erden auszusteigen«, sagte Trump am Sonntag mit Blick auf den ukrainischen Staatschef. »Und wenn er das tut, dann hat er ein paar Probleme. Große, große Probleme.«

Trumps rhetorische Kehrtwende sorgt aktuell für viel Verwunderung, hatte er doch zuletzt immer nur gute Worte für Selenskyj und Putin übrig. Allerdings sieht der US-Präsident durch das Zögern des Ukrainers und das Taktieren des Russen sein Ziel in Gefahr: Das lautet nach wie vor, den Ukraine-Krieg endlich zu beenden. Russland habe eine »psychologische Frist«, einem Waffenstillstand zuzustimmen. »Wenn ich glaube, dass sie uns an der Nase herumführen, gefällt mir das nicht«, sagte Trump zu Journalisten.

Die entscheidende Frage bleibt, welche Mittel Trump hat, um Selenskyj und Putin auf seine Linie zu bringen. In der Ukraine wird vermutet, dass Trump Selenskyj die Unterschrift unter das Rohstoffabkommen mit bisher nicht veröffentlichten finanziellen oder politischen Zugeständnissen schmackhaft machen könnte.

Moskau seinerseits besteht weiter auf der Aufhebung von Landwirtschaftssanktionen, um Verhandlungen zu beginnen. Dem schob die EU vehement einen Riegel vor. Und so sucht der Kreml die Nähe des Weißen Hauses. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow versuchte am Montag, Trumps Worte gegen Putin herunterzuspielen. Trump sei indirekt zitiert worden, wodurch ein falscher Eindruck entstand, so Peskow.

Am Montag ließ Kirill Dmitrijew, Chef des staatlichen russischen Investitionsfonds, durchblicken, gemeinsam mit den USA Seltene Erden in Russland abbauen zu wollen. Derartige Gespräche würden sich im Anfangsstadium befinden, unterschrieben sei bisher nichts, fügte Peskow hinzu.