Der Mann hat das Zeug für das Guinness-Buch der Rekorde. Der am Montagabend begonnene Marathonbeitrag des demokratischen Senators Cory Booker aus New Jersey dauerte geschlagene 25 Stunden und fünf Minuten. Da kam sogar der für ausdauernde Reden berühmte kubanische Revolutionsführer Fidel Castro deutlich früher auf den Punkt. Bookers Rede ist damit die längste in der Geschichte des US-Senats, wo Dauerreden als Protestform eine lange Tradition haben.
Dem 55-Jährigen, der sich bis zur Erschöpfung verausgabte, ging es allerdings nicht um einen sogenannten Filibuster, das Verzögern der Abstimmung eines konkreten Gesetzes, sondern um die Demonstration von Kampfeswillen. Seine in der Defensive befindliche Partei[1] und das Land will Booker gegen die Politik von Präsident Donald Trump aufrütteln, der die Axt an die demokratischen Institutionen des Landes lege. Der Herr im Weißen Haus liefert für eine solche Abrechnung ja schier endlos Stoff, von den Kürzungen und dem Feuern Tausender Staatsbediensteter[2] über brutale Abschiebepraktiken bis zu Annexionsdrohungen gegenüber Grönland, Panama und Kanada.
Der Politiker, der standhaft all das und noch vieles mehr aufs Tapet brachte und dabei von schwarzen Kongressabgeordneten angefeuert wurde, vertritt den an der Ostküste gelegenen viertkleinsten Bundesstaat im Senat seit einer Nachwahl 2013. In dessen größter Stadt Newark war Booker, der an Eliteunis Politik und Jura studiert hatte, zuvor seit 2006 Bürgermeister. Landesweit einen Namen machte sich der Politiker durch eine starke Präsenz in den sozialen Medien und echtes soziales Engagement. Für eine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur 2020 bekam er nicht genug Geld zusammen.
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1190286.cory-booker-ausdauernder-redner.html