Das linke Hausprojekt Zelle 79 in Cottbus erlebte nach eigenen Angaben in der Nacht auf Samstag rechte Attacken. Wie das Projekt erst am Dienstag mitteilte, war es bereits am Freitagabend gegen 23 Uhr zu dem ersten Angriff gekommen. Dabei seien von vermummten Personen Steine geschleudert und Parolen gerufen worden. In der Nachbarschaft sei eine Fensterscheibe zu Bruch gegangen. An der Zelle 79 selbst sei der Briefkasten zerstört und ein Fensterladen beschmiert, Rollos und die Fassade beschädigt worden. Wenige Stunden später habe es einen zweiten Angriff mit Steinen gegeben. Die vermummten Täter konnten sich erneut unerkannt entfernen.
Es seien nicht die ersten rechten Übergriffe auf die Zelle 79 gewesen. Man lasse sich aber nicht einschüchtern. »Unser Haus wird von einem Verein genutzt, der sich aktiv gegen Diskriminierung und rechte Gewalt engagiert«, erklärte Caroline Schmitt für das Hausprojekt. In den oberen Stockwerken gebe es eine Wohngemeinschaft. Die Angreifer nahmen die Gefährdung von Menschenleben in Kauf, so Schmitt. »Wir wollen uns nicht ausmalen, was hätte passieren können, wären die getroffenen Rollos nicht geschlossen gewesen.«