Seoul (dpa/ND). Nach monatelanger Eiszeit haben Süd- und Nordkorea wieder Gespräche auf hochrangiger Ebene geführt. Der konservative südkoreanische Staatschef Lee Myung Bak empfing am Sonntag zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt vor eineinhalb Jahren Gesandte des Nachbarlandes. Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il ließ dabei durch hohe Funktionäre der herrschenden Partei der Arbeit seinen Wunsch nach einer Verbesserung der Beziehungen überbringen. Offiziell waren die Funktionäre zu den Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen südkoreanischen Ex-Präsidenten Kim Dae Jung nach Seoul gereist.
In der Botschaft Kim Jong Ils sei es um seine Vorstellungen von »Fortschritten bei der Zusammenarbeit beider Länder« gegangen, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Präsidenten. Weitere Einzelheiten nannte er wegen der »Sensibilität« der Angelegenheit nicht. Der Sekretär der Partei der Arbeit Koreas, Kim Ki Nam, sagte nach dem Treffen, »alles sei gut gegangen«. In einem Bericht der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA hieß es, beide Seiten hätten »Fragen hinsichtlich der Entwicklung in den Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea diskutiert«. Lee erneuerte den Angaben des Sprechers zufolge seine Forderung nach einem ernsthaften Dialog.
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