nd-aktuell.de / 26.08.2009 / Ratgeber / Seite 1

Solaranlagen: Was gilt es, zu beachten?

Immobilien

Eine Solaranlage auf dem Dach ist laut »Finanztest« jetzt so interessant wie selten zuvor. Niedrige Zinsen auf dem Konto machen die Renditen der Sonnenmodule attraktiv. Und seit diesem Jahr gibt es auch Geld, wenn Solaranlagen-Besitzer den Strom selbst verbrauchen.

Sind Solaranlagen für jedes Haus geeignet?
Solaranlagen gibt es in jeder Größe, auch für Ein- oder Zweifamilienhäuser. Wichtiger als die Größe des Hauses ist: Das Dach sollte nach Süden ausgerichtet sein. Der Winkel des Daches sollte am besten etwa 30 Grad, maximal 50 Grad sein. Wie viel Strom die geplante Anlage erzeugt, lässt sich im Internet einfach berechnen:

www.solarserver.de/pvrechner .[1]

Was bringt eine Solaranlage?
Sie produzieren mit einer solchen Anlage nicht nur umweltfreundlichen Strom. Die Sonnenlicht-Kollektoren auf dem Dach sind schlicht eine Geldanlage. Sie stecken Ihr Geld in den Kauf einer Solaranlage, dafür garantiert der Staat, dass Ihnen der Strom bis zu 20 Jahren zu einem festen Preis abgekauft wird.

Wie verkaufe ich meinen Solarstrom?
Bis zu diesem Jahr funktionierte das so: Sie speisen den Strom in das Stromnetz ein und der örtliche Stromanbieter ist verpflichtet, Ihnen 20 Jahre lang eine feste Vergütung zu zahlen. Das sind derzeit 43,01 Cent pro Kilowattstunde, gut doppelt so viel wie der aktuelle Durchschnitts-Strompreis. In den kommenden Jahren sinken die Fördersätze um jeweils zehn Prozent. Wer dann baut, bekommt für die gesamten 20 Jahre den jeweils niedrigeren Satz.

Kann ich meinen selbst erzeugten Strom denn nicht auch selbst verbrauchen?
Doch. Das lohnte sich aber bisher nicht, weil es viel lukrativer war, den Strom ins Netz einzuspeisen. Seit diesem Jahr ist das anders: Es gibt eine Vergütung von 25,01 Cent pro Kilowattstunde, wenn Sie den Strom selbst verbrauchen. Zusammen mit der Ersparnis, den Strom nicht mehr vom Versorger kaufen zu müssen, ist das so lohnend wie die Einspeisung. Zwar sinken auch hier die Fördersätze. Steigen die Strompreise aber wie bisher weiter, wird der Selbstverbrauch interessanter.

Was kostet eine Solaranlage und ab wann lohnt sich die Investition?
Die Preise sinken, sind aber sehr unterschiedlich und sollten gut verglichen werden. Eine Anlage für ein Einfamilienhaus gibt es schon für etwa 15.000 Euro. Dazu kommen die Kosten für Wartung, Reparaturen und Versicherung. Wie hoch die Rendite am Ende ist, hängt von vielem ab – vom persönlichen Steuersatz bis zur Sonnenschein-Dauer. Die Stiftung Warentest bietet einen Rechner an, mit dem die Rendite ermittelt werden kann.

(www.test.de/solarrechner[2])

Muss ich die Einnahmen versteuern?
Ja. Wenn Sie eine Solaranlage haben, sind Sie für das Finanzamt ein Stromunternehmer. Der Gewinn ist zu versteuern. Durch Regeln zur Abschreibung des Kaufpreises und der Verrechnung von Verlusten können Sie allerdings zum Teil sogar Steuern sparen. Auf lange Sicht gerechnet sind die Steuern auch oft günstiger als die Abgeltungssteuer, die Sie zahlen müssten, wenn Sie Ihr Geld auf dem Konto oder in Aktien anlegen.

Links:

  1. http://www.solarserver.de/pvrechner%20.
  2. http://www.test.de/solarrechner