Bekommen zu viele Menschen Antidepressiva oder zu wenige? Hilft Meditieren gegen Depression oder nicht? Ist Depression eine Krankheit oder Symptom der entgleisenden Wohlstandsgesellschaft?
Für den interessierten Laien ist es schwierig, diese Fragen zu beantworten. Die verfügbare Literatur richtet sich meistens an ein Fachpublikum. Darüber hinaus gibt es Selbsthilfeliteratur oder Ratgeber. Das vorliegende Buch versucht ganz anders, den aktuellen Wissensstand über das Auftreten, die Ursachen und die Behandlung von Depressionen darzulegen. Es zeigt, wie sich Denkprozesse während einer Depression subtil verändern und wie sie – weniger subtil – entgleisen können. Die kognitive Verhaltenstherapie und die antidepressive Medikation sind derzeit die Standardbehandlungen bei Depressionen. Darauf basieren auch die Themen des Buches, die jedoch anschaulich und unterhaltsam – und das nicht nur wegen der illustrierenden Cartoons von Peter van Straaten – ausgeführt sind.
Obwohl das Buch vorgibt, keine Selbsthilfeanleitung und kein Ratgeber zu sein, wird es doch im letzten Kapitel mit Tipps und Anregungen zu den Fragen, was wirklich hilft oder was man selbst tun kann, recht alltagstauglich. Wer wüsste nicht gern, wie das Risiko, an einer Depression zu erkranken, zu senken ist? Sich gesund zu ernähren oder weniger zu grübeln oder weniger hohe Anforderungen an sich selbst zu stellen, sind nur einige von vielen Vorschlägen des Autors, eines Professors für Psychologie und Psychiatrie, dazu.
Danuta Friemert
Willem van der Does: »Licht am Ende des Tunnels!« Gib der Depression keine Chance – wie wir aus der Melancholiefalle herausfinden. Oesch Verlag, pb., 159 S., 14,95 €.
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/157675.die-rezension-melancholiefalle.html