Bagdad (dpa/ND). Zwei Tage nach dem Blutbad im Regierungsviertel von Bagdad ist zu den Anschlägen ein Bekennerschreiben von Al-Qaida-Terroristen aufgetaucht. Ob die Erklärung, die am Dienstag auf Websites radikaler Islamisten veröffentlicht wurde, echt ist, konnte jedoch nicht festgestellt werden. In dem Bekennerschreiben heißt es, die Anschläge im Regierungsviertel vom 19. August seien die erste Phase eines Planes gewesen, mit den Anschlägen vom vergangenen Sonntag, die mehr als 150 Menschen das Leben kosteten, habe nun die zweite Phase begonnen.
Unterdessen werden noch immer rund 60 Kleinkinder vermisst, die unter den Trümmern des Justizministeriums vermutet werden. Der Gouverneur von Bagdad, Salah Abdul Rasak, sagte am Dienstag vor Journalisten in der irakischen Hauptstadt: »Es gibt keine Informationen über die 60 Kinder, die in der Kinderkrippe waren, der zum Justizministerium gehört.« In der Einrichtung waren die Kinder der Beamten des Ministeriums betreut worden. Der Gouverneur, der zur schiitischen Dawa-Partei von Ministerpräsident Nuri al-Maliki gehört, kritisierte gleichzeitig die Sicherheitskräfte. Diese hätten entweder ihre Pflicht vernachlässigt oder einige von ihnen steckten mit den Terroristen unter einer Decke. Anders ließe sich nicht erklären, dass eines der beiden von den Sicherheitskameras aufgenommenen Sprengstoffautos – ein Fahrzeug der Wasserwerke aus der westlichen Stadt Falludscha – mit einer großen Ladung Sprengstoff bis ins Regierungsviertel vorgedrungen sei. Abdul Rasak forderte die Einsetzung eines »Militärgerichts«. Kommentar Seite 8
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