Van lebt in einem armen Bergdorf in der Provinz Nghe An, Vietnam. Sie gehört zur ethnischen Minderheit der Khmu. Trotz eines guten Schulabschlusses hatte sie bisher keine Aussicht auf berufliche Bildung und eine Arbeit, die ihrem Potenzial entspricht. Der Weg aus der Armut, von der in ihrer Heimatregion 70 Prozent Menschen betroffen sind, schien versperrt. Aber Van will sich damit nicht zufrieden geben.
SODI und die Vietnamesische Frauenunion wollen mit dem vom deutschen Entwicklungsministerium geförderten Projekt Frauen unterstützen, an der rasanten sozioökonomischen Entwicklung Vietnams zu partizipieren. Berufliches Training in Informationstechnologie, Friseurhandwerk/Kosmetik und Gastronomie für 300 Frauen verbessert deren Chancen am Arbeitsmarkt. 120 Wagemutige werden Kleinkredite von 200 beziehungsweise 600 Euro in Anspruch nehmen, um ein Kleinstunternehmen zu gründen: Copy- Shops, Schneidereien, kleine Restaurants. Die zurückgezahlten Kredite werden anschließend weiteren Frauen zur Verfügung stehen. Damit diese Rechnung aufgeht, werden Trainingskurse zum Thema Existenzgründung und Kreditmanagement durchgeführt.
Doch fachliches Know-how allein reicht nicht für den Erfolg. Die Frauen müssen ihre Möglichkeiten und Rechte kennen. Deshalb macht sich die Frauenunion in einem mehrstufigen Trainingsprogramm fit für die Beratung und Aufklärung von Frauen an der Basis. 800 Multiplikatorinnen der Frauenunion vermitteln Wissen über Arbeitsrecht und Regelungen zur Gleichstellung der Frauen. Auch die Prävention von HIV/Aids und der Kampf gegen Frauenhandel werden thematisiert. 180 000 Frauen werden dann besser wissen, wie sie ihre Rechte behaupten und Entwicklungschancen nutzen können.
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/159655.know-how-fuer-vietnams-frauen.html