»Es war ein Riesenfehler von mir, die Dopingkontrolle zu verweigern. Ich habe dafür vom DEB meine Strafe bekommen. Aber alles andere danach fand ich ungerecht«, so Florian Busch, Stürmer beim deutschen Eishockeymeister Eisbären Berlin. Seine vom Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne ausgesprochene zweijährige Dopingsperre wurde nach Rechtsbeschwerde von Busch Mitte November vom Schweizer Bundesgericht aufgehoben. Vor ein paar Tagen nun bekamen Busch und sein Anwalt die Urteilsbegründung. Danach ist die Sperre gegenstandslos und das Verfahren beendet.
Der 24-Jährige hatte am 6. März 2008 zunächst eine Dopingkon-trolle der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) verweigert, sie aber Stunden später nachgeholt – ohne positiven Befund. Doch schon die Verweigerung gilt als Dopingvergehen, weshalb der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) Busch auch mit einer Geldstrafe belegte. Die NADA wie auch die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA drängten auf eine Sperre. Die WADA stützte sich darauf, dass Busch im Mai 2008 bei der WM in Kanada im Einsatz war und dafür eine Athletenvereinbarung unterschrieben hatte. CAS folgte dem WADA-Begehren und sperrte Busch.
Das höchste Schweizer Gericht sah die Lage anders. Da Busch keine Athletenvereinbarung des DEB unterschrieben hat, unterlag er auch keiner Sportgerichtsbarkeit. Der CAS, der Busch erst am 23. Juni 2009 für zwei Jahre sperrte, war also gar nicht zuständig und handelte unrechtmäßig. Auch die von Busch unterzeichnete WM-Erklärung hätte nicht rückwirkend angewendet werden dürfen.
Ende gut – alles gut? Der Stürmer steht nun vor der Rückkehr in die Nationalmannschaft und damit vor dem Olympiaeinsatz im Februar in Vancouver und der WM-Teilnahme im Mai in Deutschland. Dafür muss er aber die Athletenvereinbarung unterschreiben. Und er braucht eine vom DEB bei der NADA zu beantragende Ausnahmegenehmigung, weil Busch nicht wie vorgeschrieben sechs Monate lang dem NADA-Testpool der Kaderathleten angehörte. Kündigt sich hier womöglich neuer Streit an?
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/161603.ende-gut-n-alles-gut.html