Görlitz/Dresden (AFP/dpa/ND). Schwere Überschwemmungen in Sachsen mit Massen-Evakuierungen und Toten haben Erinnerungen an die Jahrhundert-Flut aus dem Jahr 2002 geweckt. Nach heftigen Regenfällen war am Samstag eine Staumauer am Witka-See im polnischen Grenzgebiet gebrochen. Daraufhin trat binnen weniger Stunden die Neiße über die Ufer. Zehn Menschen starben. Unter anderem in der Grenzstadt Görlitz richtete die Wassermassen schwere Verwüstungen an. Auch die Städte Ostritz und Zittau in dem Dreiländerdreieck zwischen Polen, Deutschland und Tschechien wurden schwer getroffen.
Am Sonntag ging das Wasser im Tagesverlauf nur sehr langsam zurück, stand aber weiter so hoch wie niemals zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen vor rund einhundert Jahren. Der höchste Pegelstand wurde in Görlitz am Sonntagmorgen mit 7,07 Meter erreicht, mehr als drei Mal so hoch wie üblich.
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) besuchte am Sonntag die betroffene Region. Tillich sagte, es habe sich um ein »regional beschränktes Hochwasser« gehandelt. Es sei nicht vergleichbar mit dem Hochwasser aus dem Jahr 2002. Trotzdem hätten auch diese Überschwemmungen schwerwiegende Folgen. Tillich kündigte Hilfen für betroffene Menschen und Unternehmen an.
»Die aktuellen Bilder erinnern mich stark an die Katastrophe vom August 2002«, sagte dagegen Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU). Das ganze Ausmaß werde erst nach Abfluss des Wassers deutlich.
Das Tief »Wilhelmina« rückt bereits mit weiterem Regen an. Die Elbe werde nach kurzer Stagnation anschwellen, sagte Karin Bernhardt vom sächsischen Landeshochwasserzentrum – bis Dienstag auf einen Pegel von etwa 5,75 Metern, normal sind zwei Meter. Noch am Sonntag sollten die Wassermassen Brandenburg erreichen. Das Landesumweltamt hält für heute an der Spree bereits Alarmstufe 4 für möglich. Der Fluss werde dann so viel Wasser führen wie seit Jahrzehnten nicht mehr, so die Prognose. Seiten 6 und 14
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