Brüssel (dpa/ND). Als Mittel gegen die Wirtschaftskrise zwingt die EU Behörden und Unternehmen zu einer besseren Zahlungsmoral. Künftig müssen Ämter und öffentliche Einrichtungen wie Schulen ihre Rechnungen innerhalb von 30 Tagen bezahlen – in Ausnahmefällen darf dies bis auf 60 Tage ausgeweitet werden. Für Firmen gilt grundsätzlich eine 60-Tage-Frist.
Auf eine entsprechende Richtlinie einigten sich das Europaparlament und der Ministerrat, in dem die 27 EU-Mitglieder vertreten sind, am Montag, wie das Parlament am Dienstag mitteilte. Wer das Datum nicht einhält, muss acht Prozent Zinsen als Strafe zahlen.
Zum Vergleich: In Deutschland gibt es bereits jetzt die 30-Tage- Frist. Allerdings können die Vertragspartner selbst längere Fristen aushandeln – es gibt bislang keine Obergrenze, weder für Unternehmen noch für öffentliche Einrichtungen, wie die EU sie künftig vorsieht. Zudem dürfen Vertragspartner die Verzugszinsen in Deutschland individuell aushandeln.
Die EU-Vorgabe soll vor allem mittelständischen Unternehmen das Leben erleichtern. Nach Angaben der EU-Kommission kosten verspätete Zahlungen die europäische Volkswirtschaft jedes Jahr 180 Milliarden Euro und treiben manch eine Firma in die Pleite. Besonders schlecht sei die Zahlungsmoral in südeuropäischen Ländern wie Spanien, Portugal, Griechenland und Italien.
Quelle: https://www.nd-aktuell.de/artikel/179635.bruessel-zwingt-firmen-zu-besserer-zahlungsmoral.html